Bedenken der Schulen bei der Mensa-Stadthallen-Lösung
müssen ernst genommen werden
Die Themen Bau einer Zentralmensa und die Zukunft der Stadthalle wurden im Wahlkampf bewusst oder unbewusst von Herrn Bürgermeister Bergmann tot geschwiegen. Die öffentliche Diskussion wurde somit auf die Zeit nach der Wahl verschoben.
Angesichts der angespannten Haushaltslage ist es grundsätzlich richtig, Synergieeffekte zu prüfen. Dies gilt auch für die Kombilösung einer Zentralmensa mit integrierter Veranstaltungshalle. Mittlerweile haben wir jedoch den Eindruck, dass hieraus ein Dogma gemacht wird, welches gegen alle sachlichen Argumente erhaben ist. Diese Argumente wurden seitens der betroffenen Schulen durch Schulleitung und Schulpflegschaft schriftlich niedergelegt und liegen Politik und Verwaltung vor.

Ein großer Hinderungsgrund für die Kombilösung ist beispielsweise die Standortfrage: Der ideale und auch von den Schulen favorisierte Mensa-Standort im Bereich des Sajus ist aus Lärmschutzgründen für eine gleichzeitige Stadthallennutzung nicht geeignet, eine reine Mensanutzung wäre jedoch möglich.
Stattdessen soll nun der Grünstreifen am Adenauer Platz teilweise aufgegeben werden, eines der wenigen Naherholungsgebiete in der Kernstadt. Außerdem wird dieser Standort dem Campuscharakter nicht gerecht. Nicht unerwähnt lassen möchten wir, dass der Bürgermeister sogar den alten Standort der Stadthalle mit Eingang zur Bonner Str. als Kombilösung in Erwägung gezogen hat.
Auch aus pädagogischer Sicht gibt es zahlreiche Bedenken, die von Kollisionen mit den außerschulischen Nutzern ausgehen. Die schulischen Nutzungsanforderungen, gerade auch im Wettbewerb mit den Nachbarkommunen, gehen über die bloße Einnahme des Mittagessens weit hinaus. Wie Herr Schulleiter Schuba von der Realschule Zülpich in einem Schreiben deutlich gemacht hat, haben oder planen sämtliche Schulen im Umkreis eigenständige Mensalösungen für ihre Schulen. Die Haushaltslage ist dort nicht besser als unsere!
Wir dürfen uns mit dieser zwanghaften Kombilösung keinen Wettbewerbsnachteil gegenüber den Nachbarkommunen einhandeln, sondern stattdessen die Wahlkampfphrase "Vorfahrt für Bildung" dann auch wirklich in die Tat umsetzen. Wir plädieren aus vorgenannten Gründen dafür, sich von der Kombilösung zu verabschieden und die Themen separat von einander zu betrachten. Das wir hierbei unsere Karnevalsvereine als Hauptnutzer einer Stadthalle nicht im Regen stehen lassen wollen, ist eine Selbstverständlichkeit.



