14.03.2016: Parken in Zülpich weiter auf „Abwegen“

Das Wort Verschlimmbesserung beschreibt eine „beabsichtigte Verbesserung, die real aber eine Verschlechterung eines Zustandes bewirkt“.

 

In der Politik kommt dies häufiger vor, wenn Regierende ein missratenes Projekt nicht beerdigen, sondern durch ständige Korrekturen künstlich am Leben erhalten. Genau dies findet aus unserer Sicht bei den Parkgebühren in Zülpich statt.


Das deutliche Verfehlen der Einnahmeziele und die teils chaotischen Zustände in den Seitenstraßen der Innenstadt wurden mit den Stimmen von CDU und SPD am Ende des vergangenen Jahres lediglich zu reparieren versucht:

 

Hierzu wurden insbesondere die Jahrestickets verbilligt, von ambitionierten 350 Euro auf den Schnäppchenpreis von 120 Euro. Stolz verkündete der Bürgermeister kürzlich, dass nun mehr Jahrestickets verkauft wurden. Dies führt jedoch zur ersten Verschlimmbesserung: Berufstätige, die bislang einen teureren Stellplatz hatten (wie beispielsweise die Mitarbeiter der Stadt Zülpich oder der Volksbank) belegen nun besonders an den Wochentagen mit ihren Jahrestickets zumeist von 8 bis 16 Uhr dringend benötigte Kurzzeitparkplätze im Rathausinnenhof und am alten Kino.

 

Der gewöhnliche Kurzzeitparker versucht legitimerweise weiterhin, überhaupt keine Parkgebühren zu bezahlen. Immer noch führt dies zu unzähligen  Rundfahrten durch die Einkaufsstraßen, außerdem werden weiterhin kleine Straßen zugeparkt. Der für viel Geld aufgehübschte Bereich „Kinat“ verkommt auf der Höhe der gesamten Guinbertstraße zu einer Autoausstellung. Es bestätigt sich, dass die inkonsequente Einführung der Parkgebühren (wie von uns von Anfang an kritisiert) mit zu vielen Ausnahmen nur zu einer Lose-Lose-Situation mit unnötigem Parkchaos und geringen Einnahmen führen konnte.

 

Deshalb sollte man diesen Zustand nicht weiter schönreden, sondern sich zwischen „sein lassen oder richtig machen“ entscheiden.